The „BIG WAY“ – Das Vorhaben: Ein neuer Weltrekord im Formationsspringen

Von Gerhard Währisch

Anfang März machten sich 240 der besten Fallschirmspringer Deutschlands auf den „großen Weg“ nach Arizona. Nach über einem Jahr Vorbereitung sollte dort in Eloy, AZ, ein neuer nationaler Rekord im Formationsspringen aufgestellt werden. Auch 11 Fallschirmspringer vom Verein für Fallschirmsport in Marl hatten sich für dieses Vorhaben qualifiziert.

Das ferne Eloy in Arizona musste es sein, weil es dort den weltgrößten Sprungplatz gibt. Nur dort ist ein solch gigantisches Vorhaben überhaupt organisierbar. Nach einer langen beschwerlichen Anreise begannen die Teilnehmer aus Marl direkt am nächsten Tag mit Trainingssprüngen um sich auf das große Event vorzubereiten. Nach mehreren immer besser werdenden Versuchen, näherte man sich am 23. März dem Rekord.Jeder von uns spürte es. Der Rekord war machbar – in greifbarer Nähe. Nachdem uns die 11 Piloten in einem absolut präzisen Anflug in Absprungposition gebracht hatten, starteten wir unseren besten Sprung. Die Basis war sehr schnell formiert. Alle fühlten der Sprung war etwas Besonderes. Alle einzelnen Sektoren waren schnell und sauber in ihrem Anflugbild und die Docksequenzen verliefen ruhig und ohne Hast. Als schon 231 Springer in ihrer Position gedockt hatten, passierte den letzten zwei Springern ein kleines Missgeschick. Sie gerieten dabei unter die Formation. Die beiden entfernten sich sofort, um die Formation nicht zu gefährden. Ein wirklich schöner Sprung! Ganz ruhig und ohne unnötigen Zug auf den Griffen konnte diese Formation mit 231 Springern gut 5 Sekunden geflogen werden bevor wir in 2100 Meter Höhe mit der Separation begannen. Leider kein Rekord!
Auch in den letzten zwei Versuchen verpassten wir den „Rekord“ nur knapp. So mussten wir alle einsehen, dass uns dieses Mal, trotz guter Vorbereitung und Organisation, das letzte Quäntchen Glück versagt blieb. Ein kleiner Trost ist die immerhin weltweit größte nationale Formation. Für die Marler Teilnehmer war es einvernehmlich ein großes Erlebnis und Abenteuer. Was auf ewig in der Erinnerung bleibt ist, dass man einmal bei einem fast perfekten „Big Way“ einer 231er Formation dabei sein durfte.

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