Finnlandfahrt – 1.585 km mit dem Ballon

Von H.–O. Lausch

Um für den dezentralen Leistungswettbewerb zur Qualifikation zum Gordon-Bennett Rennen (Weitfahrweltmeisterschaft) noch eine Fahrt einzureichen, planten meine Frau und ich das Hochdruckwetter über Mitteleuropa und Skandinavien auszunutzen.

Wir wollten am Samstagabend eigentlich in Bitterfeld starten, jedoch zeigten uns die NOAA Trajektorien am Samstagmorgen plötzlich eine ganz andere Richtung über der Ostsee an und so beschlossen wir, am Sonntag, den 23.10.2011 in Gladbeck um 00.00 Uhr zu starten.
Nach dem Start ging es gleich mit über 25 kt (Knoten) Richtung 015-020 Grad und so erreichten wir vor Sunrise die Nordseeküste. Um nicht weiter auf die Nordsee mit 355 Grad zu gehen, gingen wir etwas höher, sodass wir ab dann in 2500-3500 ft und 25-30 kt Richtung Dänemark über dem Festland fuhren und so erreichten wir nachmittags Skagen.

Nun ging es zum zweiten Mal über Wasser. Mit über 25 kt fuhren wir nach Schweden und erreichten bei Sunset schwedisches Festland. Jetzt ging es 14 Stunden bei 0 Grad Celsius durch die Nacht und da der Wind immer schwächer wurde (10 kt), machten wir uns darüber Gedanken, wo wir bei Sunrise sein werden. Aber wie vorausgesagt, kam die Winddrehung und auch der Wind nahm ab der zweiten Nachthälfte wieder auf 20-25 kt zu. Dadurch waren wir bei Sunrise schon wieder über dem Wasser, dem bottnischen Meerbusen. Weiter ging es in 5.000-6.000 ft die 220 km zu bewältigen und gegen Mittag erreichten wir Finnland, südlich von Vaasa. Natürlich musste ein Sperrgebiet wieder in der Nähe sein, das aber 50 km südlich lag.
Um noch ein bisschen Strecke zu machen, fuhren wir weiter ins Landesinnere. Ab ca. 14 Uhr stiegen wir ab, da das Landegelände langsam knapp wurde. Ab dort war nur noch Wald, der alle 30-50 km durch eine Straße und etwas Bebauung durchzogen wurde.
Nach 38:50 h und 1.585 km landeten wir am Montagnachmittag sicher auf einer leicht sumpfigen Wiese, trotz 20 kt Wind in Baumwipfelhöhe.
Besonders haben wir uns gefreut, dass Motorschirmflieger, die den Ballon und den Track verfolgt hatten, innerhalb von wenigen Minuten am Landeplatz waren. Weiterhin brauchten wir auch nicht lange auf den finnischen Gasballonpiloten Ben Mattsson zu warten, der uns verfolgt hatte und uns beim Abrüsten half.
Danach fuhren wir noch 4h nach Helsinki, wo wir auf unsere eigentlichen Verfolger warteten, die am Mittwoch eintrafen. Nachdem wir uns Helsinki angeschaut hatten, ging es am Donnerstag auf die Heimreise.
Vielen, vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben, besonders David, Michael und Hermann, und dem FSV Münster für den Ballon. Besonders möchten wir uns bei Ben Mattsson und Tippi bedanken!

Weitere Bilder gibt es auf www.ballonclub.de unter der Rubrik Fahrtberichte.

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