Airlebnis 2012 – Was will das Fliegerherz mehr?

Kopfüber beim Motorkunstflug durch die Luft wirbeln, beim Start einer Modellflugrakete dabei sein, fast lautlos im weltweit größten Segelflugzeug dahin gleiten oder früh morgens mit dem Ballon aufsteigen. Dazu trafen sich insgesamt knapp 150 Jugendliche aus ganz NRW auf dem Fluggelände in Oerlinghausen, um gemeinsam andere Luftsportarten kennen zu lernen. Das Airlebnis wird von der Luftsportjugend im Aeroclub NRW organisiert und fand am letzten Septemberwochenende zum dritten Mal in Folge statt.

Max Reinke, Jugendleiter aus Kamp-Lintfort, ist eigentlich UL- und Motorflieger. Beim Airlebnis interessiert ihn das Segelfliegen. Die eta ist am Platz. Mit knapp 31 Metern Spannweite und einer Gleitzahl von 70 gehört der Hochleistungssegler zur Weltspitze. Selbst die anwesenden Segelflieger werden da neugierig und staunen über die enorme Flügelstreckung.

„Beim Eigenstart mit dem 60 PS starken Motor ist es laut und stinkt. Das kenne ich ja vom Motorflug“, stellt Max nach der Landung mit einem Grinsen im Gesicht fest.

„In 700 Metern haben wir den Motor ausgemacht. Es wurde ganz still. Deutlich leiser als in anderen Segelflugzeugen. Beim Geradeausflug merkt man gar nicht, dass man fliegt, so ruhig liegt die eta in der Luft.“
Max Reinke, LSG Kamp-Lintfort

Max gerät ins Schwärmen: „Ich finde es klasse, dass so viele junge Leute hier auftauchen. Flieger sind ja sowieso ein bisschen lockerer. Da kommt man schnell ins Gespräch.“

Zu den Modellfliegern geht es im Shuttle auf die andere Platzseite. Die Belegung der Fernsteuerung ist schnell erklärt. Im Lehrer-Schüler-Modus können Interessierte das Modell selber steuern. Lisa Drees (17), Segelfliegerin aus Langenfeld, stellt erstaunt fest: „Das ist wesentlich feinfühliger, als ich dachte. Am Anfang hab ich viel zu große Ausschläge gemacht.“
Die Kommandos und Ruderfunktionen sind übrigens identisch mit denen der manntragenden Fliegerei.

Frederic Mensing (17) kennt das Modellfliegen seit zwölf Jahren. Inzwischen ist er Segelflieger. Er erklärt seine Faszination so: „Das tolle am Modellflug ist, dass es keine Altersgrenze gibt. Man hat viele Möglichkeiten, mit unterschiedlichen Flugmodellen und Flugarten in Berührung zu kommen. Das macht einfach Spaß.“

Beim Start einer Modellflugrakete wird es spannend. Alles will gut vorbereitet sein. Der Fallschirm wird im Rumpf verstaut, der Zünder montiert und die Rakete auf der Startrampe platziert. „Vier, drei, zwei, eins, null.“ Mit einem lauten Zischen geht es nach oben. Der Fallschirm öffnet sich und die Rakete sinkt, leicht durch den Wind versetzt, zu Boden.
Größere Raketenmodelle erreichen Überschallgeschwindigkeit und benötigen eine Starterlaubnis. Um das Modell mit seiner teuren Elektronik nach der Landung zu orten, werden die Landekoordinaten per SMS an das Handy des Tüftlers gesendet. Raffiniert!

Strahlende Gesichter gibt es auch beim Motorkunstflug – sowohl vor als auch nach den Manövern in der Kunstflugbox. Neben den vier verlosten Fallschirmsprüngen wollen die meisten Teilnehmer den Motorkunstlug ausprobieren. Insgesamt 31 Kunstflüge werden angeboten.
Sicherlich ist es auch der niedrige, taschengeldfreundliche Preis von zehn Euro für einen Motorkunstflug, der hier besonderes Interesse weckt. „Da zahlt man in Nachbarvereinen deutlich mehr. Toll, dass es hier so preiswert ist“, freuen sich die Teilnehmer.

Am Ende sind sich die jungen Luftsportler einig, dass das Airlebnis ein spitzen Event ist: Sich mit Gleichgesinnten austauschen, die Vielseitigkeit des Hobbys kennen lernen und nach einem tollen Wochenende kurz vor Saisonende die Heimfahrt antreten. Was will das Fliegerherz mehr?

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