Fliegende Müllmänner

Hartmut Schlegel

Gleitschirmflieger des DGC Siebengebirge sammeln Müll auf dem Haardskopf und fliegen damit ins Tal zur Entsorgung

Eine ungewöhnliche Form der Müllentsorgung haben sich die Gleitschirmflieger des DGC Siebengebirge einfallen lassen. Am 11. Juni sammelten sie gemeinsam den verstreuten Müll an ihrem Startplatz, dem Haardskopf über Waldbreitbach und flogen ihn mit ihren Gleitschirmen ins Tal, um ihn dort korrekt zu entsorgen. „Es ist unglaublich, was die Leute alles in die Natur schmeißen“, sagt Hartmut Schlegel, einer der „fliegenden Müllmänner“. „Wir haben leere Bierflaschen, Zigarettenpackungen und sonstigen Unrat gefunden, aber auch Glasscherben – das ist wegen der Verletzungsgefahr schon nicht mehr so lustig.“

Den gesammelten Müll packten die Flieger in einen blauen Sack, steckten ihn in den Rucksack ihres Fliegersitzes flogen ihn mit dem Gleitschirm hinunter ins Tal, um ihn in der heimischen Mülltonne zu entsorgen. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt Schlegel.

„Durch die Aktion konnten wir der Natur etwas von dem zurückgeben, was sie uns an Erholung und Freude beim Fliegen schenkt.“

Das Gleitschirmfliegen zählt zu den naturfreundlichen Sportarten. Geflogen wird mit Sonnenenergie. Die Sonne heizt die Erdoberfläche auf. Dadurch entsteht aufsteigende Warmluft, die die Piloten nutzen, um Höhe zu gewinnen. Startplätze werden nur zugelassen, wenn durch das Fliegen keine Naturschäden zu befürchten sind. Um Risiken für die Tiere möglichst auszuschließen, treffen die Vereine Regelungen zum Schutz empfindlicher Einstands- und Brutgebiete, z.B. Flugverbote zu bestimmten Jahreszeiten oder räumliche Beschränkungen. Das Roßbacher Häubchen z.B. ist für die Flieger tabu. Denn dort brütet ein Uhu-Pärchen.

Infos über die Aktivitäten des Vereins gibt es im Internet: www.dgc-siebenge-birge.de. Unter der Nummer 0228 18 41 51 14 (Bandansage) werden aktuelle Termine und Flugtreffs veröffentlicht.

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