Erinnerung an Heinz Hermann Huttel

Mit 13 Jahren begann Heinz mit der Segelfliegerei in Oerlinghausen. Später ging es auf die Luftkriegsschulen nach Berlin-Gatow und Fürstenwalde. Heinz hatte viel Spaß bei der Motorflugausbildung auf Doppeldeckern wie Bücker Jungmeister und Stieglitz bis hin zur Arado und ME 109 besonders im Kunstflug. Etwas abenteuerlich bewertete er den Nachtflug nur mit Kompass, Uhr und Wendezeiger. Der Flug mit der Siebel nach Straubing zum Einsatz nach Cham sollte vorerst das Ende der Fliegerei sein. Für die ME 109 Endmontage war auch in Cham der Treibstoff alle.

Er war Mitbegründer vom Luftfahrtverein Bielefeld 1951 und 1972 von der Akafieg Bielefeld. Ein paar Jahre wurde in Borkenberge in der ASG Wattenscheid geflogen. Die Werkstatt von Edelstahl nutzte er mit anderen Fliegern und Lehrlingen für den Windenbau. Zurück in Bielefeld ging Heinz an die Berufsschule. Er wurde 1960 Fluglehrer. Gleichzeitig baute er die Schülerfluggemeinschaften auf. Heinz versuchte die Jugend für die Schönheit des Fliegens zu begeistern. Parallel entwickelte er die Methodik zur Segelflugausbildung und die Rahmenbedingungen für die Schülerfluggemeinschaften mit, um diese im außerschulischen Schulsport zu fixieren. So wurde Luftfahrt und Schule ein weiteres Hobby, das er bis zum Schluss pflegte. Ausbilden, Informationen weiter zu geben, Leute zu begeistern, war seine Berufung, ob beim Fliegen, in der Schule, in der Meisterausbildung, und Lehrerausbildung (u. a. an der PH). Als Vorsitzender im Bezirk 18 war er bis Anfang der 80iger Jahre im Präsidialrat. Auf internationaler Ebene vertrat er Deutschland in der FAI in der Kommission Jugend und Flugausbildung (CIEA) später u.a. als erster „Vicepresident“. Der weltweite Malwettbewerb über Luftfahrtthemen war ein Produkt aus der Arbeit.

Uns vermittelte er im Fliegen die Anwendung der Theorie in der Praxis, unterstützt durch zahlreiche Versuche in der Aerodynamik oder in der Meteorologie, wo er ein Büchlein zum Wetterkundeunterricht schrieb. Er stellte spannende Fragen, wie: „Wann beginnt der Aufwind, gibt es Wolkenthermik oder können sich Gewitter entwickeln?“. So haben heute noch eine Reihe von Fragen im Fragenkatalog bei Heinz ihren Ursprung.

Nicht nur Fliegen, sondern auch die Geräte zu reparieren, Motoren zu warten, ausbauen und wieder einzubauen zu können, haben einen tollen Kontrapunkt zur schulischen Ausbildung gesetzt. Nach Ende seiner praktischen fliegerischen Laufbahn verfolgte er die Theorie und Entwicklung weiter. Er erklärte den Fluglehreranwärtern als Theorielehrer u. a. die Meteorologie über mehrere Jahre.

Foto: Roman Becker, SFV Oerlinghausen

Foto: Roman Becker, SFV Oerlinghausen

Ein tolles Erlebnis hatte er letztes Jahr. Heinz flog in unserem Vereins-Arcus mit. Der gleitet ja phantastisch. Schneller als gedacht, tauchte Münster auf. „Dass ich Münster noch einmal von oben sehen darf“, jubelte Heinz. Ein Genuss, von dem er noch bis zum Schluss schwärmte.

Ein sehr erfülltes Leben ist mit über 89 Jahren zu Ende gegangen und lebt doch weiter. Wir haben Heinz viel zu verdanken und versuchen einiges davon weiter zu leben und zu geben.

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