F3B-E in Brüggen

Im August wurde vom LSV Brüggen-Schwalmtal ein Teilwettbewerb der Landesmeisterschaften Nordrhein-Westfalens in der Modellflugklasse F3B-E ausgetragen. 24 Piloten aus ganz NRW traten zu dem Wettbewerb an.

Bei starkem Wind, bis zu 7,2 Beaufort wurden gemessen, hatten viele Piloten Probleme, die rund zwei Kilogramm leichten Modelle zum Landeseil zu bekommen. Schon beim Start an der elektrischen Winde spielten sich teilweise dramatische Szenen ab. Durch die starken Windböen brachen die Modelle immer wieder weit zur Seite aus und die Piloten mussten ihr ganzes Können aufbringen, um die über drei Meter spannenden Segelflugzeuge auf rund 150 Meter Höhe zu schießen. Der Winddruck gegen die Modelle war so stark, dass einmal die ein Zentimeter dicken Erdnägel verbogen wurden und die schwere Winde fünf Meter durch die Luft flog, bevor sie im Rasen ihre Einschlagmarken hinterlassen hatte.

Die fünf Minuten Flugzeit wurden meistens erreicht, aber bei der Landung verloren viele Piloten wieder Punkte. Durch die Windböen wurde die Langsamflugphase in den fünf Sekunden vor der Landung zum Pokerspiel. Es kam öfter vor, dass der Pilot das Modell perfekt über das Landeseil flog und aus rund 50 Zentimeter Höhe mittels Butterfly senkrecht absteigen und landen wollte, aber der plötzlich nachlassende oder auffrischende Wind das Modell zur Seite wegkippen oder auf den Boden fallen ließ, wobei beides mit einem Dreher der Maschine verbunden war. Dadurch lagen die Rümpfe quer zum Landeseil. Das bedeutete meistens acht oder mehr Punkte Abzug von den 50 Landepunkten. Wie vernichtend das für die Wertung war, zeigte die Ergebnisliste: In der Endwertung lagen die ersten sieben Plätze zwischen 93% und 100% und damit dicht beieinander.

Erstaunlich war, dass einige Piloten mit dem starken Wind auch im zweiten und den folgenden Durchgängen nicht fertig wurden und viel zu weit vom Landeseil einlenkten, um in den Landeanflug überzugehen. Das Ergebnis waren Außenlandungen oder einfach nur keine Landepunkte, da das Modell mehr als fünf Meter vom Landeseil weg lag. Andererseits führten die Fehler im Landeanflug zu hochspannenden Versuchen, das Landeseil doch noch zu erreichen. Dabei zeigte so mancher Pilot sein ganzes Können und Nerven wie Stahlseile.

Von den verwendeten Modellen hatten schon viele den Platz des LSV Brüggen-Schwalmtal gesehen. Das neuste Modell im Wettbewerb dürfte die NOVA von Flyspace.eu gewesen sein. Ansonsten waren die üblichen Verdächtigen vor Ort: Explorer, Pike Perfect, Pike Perfection und auch ein Tortuga wurde gesehen. Glücklich waren die Piloten, die ihr Modell aufballastieren konnten. 25% Ballast waren nicht selten bei den Wetterverhältnissen. Das Fehlen von neuen Modellen, mal von der NOVA abgesehen, kann man als Zeichen interpretieren, dass der Raum für Innovationen, die einen wesentlichen Vorteil in den Bereichen F3J, F3B und deren Ableger bringen, schon sehr klein geworden ist. Die vorhandenen Modelle sind alle so optimiert, dass die Piloten darauf verzichten, sich alle paar Monate ein neues Modell anzuschaffen. Man kann das auch als ein positives Zeichen werten, denn der Material-Overkill flaut ab und es darf auch mal ein repariertes Modell geflogen werden.

Obwohl sich alle durch den Wind und die Sonne „weggeblasen und ausgedörrt“ (Zitat eines Teilnehmers) fühlten, war es ein schöner und entspannter Wettbewerb ohne nennenswerte Schäden an den Modellen. Es folgen noch zwei Teilwettbewerbe am 30. August 2015 in Düsseldorf und am 20. September in Soest, bevor der Landesmeister F3B-E gekürt werden kann.

 Text: Jürgen Moors

Bildunterschrift: Gewinner Schwalmtal, von links:
M. Kress, M. Reinecke, T. Baum, A. Scholz, U. Dressel, W. Keil, M. Finke, D. Rybold, H. Sonntag

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