Zwei Piloten aus NRW sind die Sieger bei der Deutschen Meisterschaft 2017 der Segelflug-Clubklasse in Bad Breisig/Mönchsheide

Sigi Baumgartl, 1. Vors. Seko, AEOCLUB | NRW

Wolfgang (Wolli) Beyer ist Deutscher Meister und Felix Hoffmann Vizemeister.

Für Wolli Beyer von der Leistungsfluggemeinschaft Lippe ist es der zweite Titel. Er ist langjähriger NRW-Segelflugtrainer und seit zwei Jahren Bundestrainer. Felix Hoffman vom Aero Club Bünde gehörte zum NRW D-Kader sowie C-Kader und ist Mitglied der Segelflugkommission des AEROCLUB | NRW. Beide Piloten sind mit ihrer Platzierung bei der DM zu Mitgliedern der Deutschen Segelflugnationalmannschaft berufen und für die Weltmeisterschaft 2018 in Polen nominiert.

Die  NRW-Piloten Raphael Twardkowski von der Fluggemeinschaft (FSG) Datteln Bork und Lukas Kuhlmann der Luftfahrtvereinigung (LfV) Greven hatten sich ebenfalls bei den vorjährigen Qualifikationsmeisterschaften mit 220 Teilnehmern für das elitäre Feld der Deutschen Clubklasse-Meisterschaft mit 36 Piloten qualifiziert und sie belegten die Plätze 11 und 26.

Wolli Beyer und Felix Hoffmann, flogen im Team und  trainierten im Frühjahr am Austragungsort Flugplatz Mönchsheide. Sie studierten die Flugregion, wie beispielsweise die aerologische Situation und geologischen Eigenheiten der mit Hügeln, Flusstälern, Wäldern, Industrie und Großstädten gekennzeichneten Landschaft. Für eventuelle Landungen außerhalb eines Flugplatzes, kundschafteten sie geeignete Landefelder aus, deren Ortskoordinaten sie ermittelten und damit den bordinternen Computer fütterten. Damit erwarben sie sich einen strategischen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern, indem sie sich im Bedarfsfalle auf ein entferntes und geeignetes Landefeld „hinführen“ lassen und somit eine bessere segelfliegerische Leistung erbringen konnten.

Doch am ersten Wertungstag strandeten beide im hinteren Feld der Mitbewerber, weil durchziehende Regenschauer die Chancengleichheit der Piloten sehr beeinträchtigte. Jetzt galt es, mentale Stärke aufzubringen, um an den folgenden Wertungstagen das vorhandene Leistungspotential ohne Einschränkung abzurufen. Das gelang den beiden Toppiloten aus NRW offensichtlich, indem sie sich an allen weiteren Tagen unter den vordersten Rängen platzierten. Die Mitbewerber, darunter Mitglieder der Deutschen Nationalmannschaft und Weltmeister, hatten das Nachsehen, weil sie mit dieser Konstanz der Leistung nicht mithalten konnten. Die Meisterpiloten waren nicht auf sich allein gestellt und wurden unterstützt von Freunden, die ebenfalls erfolgreiche Piloten sind, als gemeinsame Bodencrew, die zum Beispiel bei der Planung zur Flugstrategie einbezogen war, sich um die Analyse des Wetters kümmerte und Kalkulationen durchführte, die dann per Flugfunk kommuniziert wurden.

Titelbild: Siegerehrung: Deutscher Meister Wolli Beyer (Mitte), Vizemeister Felix Hoffmann (links) und dritter Platz Weltmeister Jan Rothhardt, Jena

Fünf Fragen an Wolli Beyer

Wolli, was war Dir persönlich wichtig bei dieser DM?

Für mich war wertvoll einen Teampartner, wie meinen Freund Felix Hoffmann zu haben. Unsere verschiedenen Eigenschaften haben sich gut ergänzt und zu dem Erfolg geführt. Einen großen Anteil am Ergebnis hatte die sehr engagierte und fachkundige Crew, die unter anderem aus Max Mensing und Sigi Baumgartl bestand.

Ist Erfolg wichtig?

Ich bin ein Teamplayer. Mir ist die Gruppenintegration wesentlich. Glück zu empfinden ist eine eigene Angelegenheit und korreliert nicht unbedingt mit sportlichem Erfolg.

Was waren die taktischen Elemente auf dieser Meisterschaft?

Finde heute die Antworten auf die Fragen von heute, nicht auf die von gestern.

Entstehen keine Probleme, wenn man gleichzeitig Bundestrainer und Wettbewerbspilot ist?

Ich kann das sehr gut trennen und setzte mich als Coach voll und ganz für das Team und den einzelnen Sportler ein. Die Konzeptarbeit als Bundestrainer wird dadurch unterstützt, weil ich besser im System zu Hause bin. Für die anstehende WM in Polen habe ich schon einige Ideen, die für alle deutschen Teilnehmer positiv zu sehen sind.

„Der Jogi Löw des Segelflugs“ (Neue Westfälische, 7.9.17)

 

Pilotenteam und Bodencrew: von links, Andreas Hoffmann, Max Mensing, Wolli Beyer, Felix Hoffmann und Sigi Baumgartl

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