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Dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst

Die Bundesrepublik ist das traditionsland des Segelflugs. Über 30 % der deutschen Luftsportlerinnen und Luftsportler sind Segelflieger. Das kommt nicht von ungefähr. Der Segelflug ist in den 20er Jahren in Deutschland entstanden. Aus der trotzreaktion auf das (Motor-) Flugverbot nach dem Ersten Weltkrieg wurde rasch eine selbständige sportliche, wissenschaftliche und technische Luftfahrtdisziplin.

Eine unvergleichliche Sportart
Der Segelflieger macht sich die wärmende Kraft der Sonnenenergie zunutze. Sie ist die Energiequelle für die begehrten Aufwinde, in denen Segelflugzeuge immer wieder Höhe gewinnen, um so von einem Aufwind zum nächsten zu gleiten. Je leistungsfähiger ein Flugzeug ist, desto weiter kann man mit der erreichten Höhe fliegen. Moderne Kunststoffsegelflugzeuge können heute aus 1000 Metern Höhe ohne weiteren Aufwind rund 40 Kilometer weit gleiten.

Ein Sport für Junge und Junggebliebene
Segelflug ist ein Männer- und Frauensport. Weil nicht die athletische Leistung, sondern Geschick und Verstand entscheiden, haben beide Geschlechter gleiche Chancen, an Segelflugmeisterschaften und Rekordflügen teilzunehmen. Der Segelflug ist schließlich neben dem Modellflug die Jugend-Luftsportart, weil die Ausbildung schon mit 14 begonnen und mit 16 abgeschlossen werden kann.

Die Ausbildung
Die Ausbildung in den ca. 175 Segelflugvereinen Nordrhein-Westfalens erfolgt auf modernen, leistungsfähigen Segelflugzeugen nach bundesweit einheitlichen Richtlinien. Die Ausbildung für den Pilotenschein kann man bereits mit 14 Jahren beginnen. Voraussetzung für die Ausbildung sind die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses sowie eine ärztliche Flugtauglichkeitsuntersuchung. Die Pilotenschein-Prüfung kann nach einer umfassenden Theorieausbildung, 25 Flugstunden mit 60 Starts und einem 50-Kilometer Strecken-Alleinflug abgelegt werden.

Ausbildungsverlauf
So wichtig wie die reine Fliegerei ist die Theorie: Luftrecht, Navigation, Aerodynamik, Meteorologie, Technik, Verhalten in besonderen Fällen und menschliches Leistungsvermögen. Die theoretische und praktische Ausbildung erfolgt in Segelflug-Vereinen oder Schulen. Durchschnittlich dauert jeder Ausbildungsabschnitt in einem Verein eine Saison (März bis Oktober) und bis zur Prüfung etwa drei Jahre. Am Ende der Ausbildung erhält der Flugschüler nach bestandener Prüfung die Lizenz für Segelflugzeugführer.

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