Protokoll der F3-Tagung

Das Protokoll der F3-Tagung in Duisburg-Walsum am 7.2.2016 findest Du hier

Einladung zum Modellfliegertag NRW 2015

Wir laden Euch herzlich zum diesjährigen Modellfliegertag in Kamen am 22. November ein.

Hitze von 35°C und mehr – Weltmeistertitel

In der zweiten Ausgabe unseres LUFTSPORTMAGAZINs habe ich berichtet, dass sich die Nationalmannschaft in F3K in Herten getroffen hat, um sich zu finden und die entsprechenden Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft zu treffen. Danach hat sich jeder Pilot mit seinem Helfer individuell vorbereitet. Feinheiten, aber auch die Kommunikation untereinander, wurden trainiert.

Endlich war es Juli. Der offizielle Termin für die Weltmeisterschaft war vom 19.07.-26.07.2015 in Ludbreg, einer kleinen Stadt im schönen Kroatien. Einige Teilnehmer reisten schon früher an, um sich mit dem Gelände vertraut zu machen, und natürlich mit Piloten anderer Nationen in Kontakt zu kommen. Je früher man da war, umso mehr Zeit hatte man sich an das „Klima“ zu gewöhnen. In unserem Team hatten wir zwei Fälle, dass diese Personen sich erst einmal ins Hotel zurückgezogen haben, denn der Umschwung vom Wetter in Deutschland zu Ludbreg war einfach zu Krass. Zum Glück waren alle am Montag, zum Wettkampfbeginn fit!! Glücklicherweise konnten wir noch einen Helfer überzeugen, der noch zusätzlich mitgekommen ist. Er hatte nur eine Aufgabe: Sich um die Verpflegung, vor allem um das Trinken zu kümmern. Das klingt zwar banal, war aber eines der wichtigsten Aufgaben, denn man hat drei oder mehr Liter an Wasser getrunken, und brauchte trotzdem nicht zur Toilette. Schön war auch, dass die Amerikaner einen aufblasbaren Pool besorgten, der täglich mit frischem Wasser gefüllt wurde, wo sich alle, vor allem die Piloten erfrischen konnten. Das wurde auch ausreichend genutzt. Eine halbe Stunde nach dem Bad war das T-Shirt wieder trocken.

Insgesamt sind 33 Nationen aus der gesamten Welt angereist. Manche waren nur ein Mannschaftsmitglied, aber bei den Junioren gab es insgesamt sechs komplette Mannschaften. Trotz der vielen Kulturen, Sprachen und Mentalitäten, und natürlich der Rivalitäten, fanden während der gesamten Weltmeisterschaft Erfahrungsaustausche, persönliche Gespräche und Gedankenaustausche statt. Es war einfach faszinierend, wie alles so problemlos lief. Dazu hat auch der Veranstalter, das Kroatische Team, mit beigetragen. Diese waren immer freundlich und hilfsbereit.

In unserem Team war der Start am Montag richtig positiv. Alle erfüllten ihre Aufgaben und flogen immer volle Ergebnisse. Am Montagnachmittag drehte sich das Blatt, und es gab erst einmal Rückschläge. Es war nicht so einfach, die Thermik war sehr zerrissen und nicht gleichmäßig, die Bärte waren oft sehr eng oder weit entfernt.

Durch gutes Teamwork wurde die Mannschaft wieder stabil und es ging wieder bergauf. Dabei hatten die Seniorpiloten mehr zu kämpfen. Bei den Juniorpiloten lief es wesentlich ruhiger und konstanter, so dass zum Schluss alle drei im Fly Off waren und souverän den Mannschaftsweltmeistertitel vor der Ukraine und den USA holten. Aus NRW waren Matthias Freitag und Max Finke beteiligt. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch. In der Einzelwertung erreichte Max den sechsten und Matthias den achten Platz.

Sowohl die Eröffnung am Sonntag, als auch die Siegerehrung fanden auf dem Marktplatz statt und waren sehr kulturell unter Einbezug der örtlichen Tanzvereine und Kulturgruppen.

Zur Abschlussparty trafen sich alle noch einmal und hatten Spaß nach der anstrengenden Woche.

Team Deutschland

Haarstrang-Pokalfliegen

Der Modellflug Sport Club (MFSC) Soest richtete im Rahmen des 6. Teilwettbewerbs zu den DAeC Landesmeisterschaften NRW 2015 in der Klasse F3B-E am 20. September sein erstes Haarstrang-Pokalfliegen aus.

Woher kommt diese vielleicht etwas ungewöhnliche Namensgebung? Der Modellflugplatz des MFSC Soest liegt an einem Höhenzug, genannt Haarstrang, der sich von Soest bis nach Dortmund erstreckt; bis zur Möhnetalsperre ist es von hier aus nicht mehr weit. Hier oben hat man bei entsprechender Witterung eine landschaftlich reizvolle Fernsicht bishin zum Teutoburger Wald.

Zwar war das Wetter am Wettbewerbstag schon deutlich herbstlich geprägt, aber bei rund 18 Grad und mässigem, nur teils böigem Wind ließ es sich dennoch gut aushalten. Gelegentlich ließ sich auch die Sonne blicken und sorgte dann für sofort spürbare Erwärmung. Dieses Wechselspiel zwischen großflächiger Bewölkung und Sonne war im Grunde aber genau das, worauf die Wettbewerbsteilnehmer gehofft hatten. Beste Voraussetzung für die Bildung von Thermik, die es zu finden und auszunutzen galt. Nach dem aktuell gültigen Reglement für 2015 in der Klasse F3B-E ist nämlich die Flugzeit von vier auf fünf Minuten angehoben worden. Auch gesellten sich immer wieder etliche Raubvögel zu dem Modellflugzeugen am Himmel und zeigten den Piloten deutlich das Vorhandensein von Thermik an. Dieses friedliche Miteinander ist natürlich wunderschön anzusehen und beweisst einmal mehr, dass sich Modellflug und Vogelwelt definitiv nicht im Wege stehen.

Gestartet werden die reinrassigen und entsprechend optimierten Segelflugmodelle mit einer F3B-Elektrowinde; die nutzbare Seillänge beträgt hier 100 Meter. Durch den sogenannten „Schuss“ beim Ausklinken aus dem Hochstartseil kann noch einmal beträchtliche Zusatzhöhe gewonnen werden. Die fünf Minuten Flugzeit laufen ab dem Ausklinken, wobei im zweieinhalb Minutentakt gestartet wird. Das bedeutet, das zumeist zwei Modelle in der Luft sind. Gelandet wird an einer 10 Meter langen Landelinie, von denen zwei ausgelegt sind um auch einem Teilnehmer, der „abgesoffen“ ist (also keine Thermik gefunden hat), noch eine punktreiche Landung zu ermöglichen, ohne das es zu Behinderungen untereinander kommt. Es gilt, das Segelflugmodell möglichst genau auf der Linie zu landen nach dem die fünf Minuten Flugzeit verstrichen sind. Sogenannte „Stecklandungen“ sind in dieser Wettbewerbsklasse nicht erlaubt und führen unweigerlich zum kompletten Verlust der anteiligen Landepunkte eines Wertungsfluges. Durch den zuvor durch intensiven Regen aufgeweichten Platz-Boden gab es im Wettbewerbsverlauf überraschend viele dieser Stecklanden zu sehen. Eine Abweichung von der vorgegebenen Flugzeit führt ebenfalls zu Punktabzug, dabei ist es unerheblich ob man zu früh oder zu spät gelandet bzw. zum Stillstand gekommen ist. Hilfsmittel wie z.B. Variometer sind übrigens für den Piloten und seinen Helfer nicht erlaubt.

Da das Wetter, wie eingangs erwähnt, ein Einsehen mit den Modellpiloten hatte und es nur eine nennenswerte Unterbrechung wg. eines starken Schauers im Wettbewerbsverlauf gab, konnten sechs Durchgänge geflogen werden. Von diesen sechs Durchgängen wurde der pilotenindividuell Schlechteste gestrichen, so dass je Pilot fünf Flüge in die Auswertung kamen.

Siegerfoto

Siegerfoto Soest Hinten von links: Alfredo Schulz, Reinhard Bockolt, Hans-Gerd Schürmann, Jörg Vogelsang, Knut Bündgen / Vorne von links: Max Finke, Olaf Starmanns, Tim Schindler

Gegen 16 Uhr waren die Wertungsflüge beendet und die finale Auswertung brachte die Sieger hervor. Es waren maximal 5.000 Punkte zu erreichen. Zeitlich passend zur Siegerehrung zeigte sich denn auch nochmal die Sonne. Bei den Junioren belegte Tim Schindler, der auch Mitglied im MFSC Soest ist, mit 4773 Punkten den zweiten Platz, der erste Platz ging an Max Finke mit 4.951 Punkten.

Bei den Edel-Senioren gewann Alfredo Schultz mit 4.811 Punkten den dritten Platz, vor ihm auf Platz zwei, fand sich mit geringem Vorsprung Hans-Gerd Schürmann mit 4.816 Punkten. Den ersten Platz errang Reinhard Bockold mit stattlichen 4991 Punkten. Dies war zugleich die Tagesbestleistung!

Bleiben noch die Senioren, bei denen sich folgendes Bild zeigte: Der dritte Platz ging an Knut Bündgen mit 4.834 Punkten. Mit 4.859 Punkten erflog sich Jörg Vogelsang den zweiten Platz. Sieger bei den Senioren wurde Olaf Starmanns mit 4.968 Punkten.

Zu erwähnen bleibt, dass es ein sehr fairer und harmonischer Wettkampf war, der viel Freude gemacht hat. Die Teilnehmer zeigten sich -zur Freude des MFSC Soest- durchweg sehr zufrieden mit allen Aspekten der Wettbewerbsdurchführung. So viel positive Resonanz und die kompetente Unterstützung durch Evelyn Höfs bei der Wettbewerbsleitung ermutigen den MFSC Soest natürlich, auch in der kommenden Wettbewerbssaison wieder ein Haarstrang-Pokalfliegen auszurichten.

Nachdem hiermit auch der letzte von den insgesamt sechs Teilwettbewerben in 2015 zur DAeC Landesmeiserschaft NRW F3B-E ausgeflogen worden ist, warten die Teilnehmer nun schon gespannt auf die Bekanntgabe der Landesmeister 2015 im Rahmen der kommenden F3-Tagung Anfang 2016 in Duisburg. Zu deren Ermittlung werden je Teilnehmer die besten vier der insgesamt sechs Teilwettbewerbsergebnisse herangezogen. Von dieser Veranstaltung wird in der Luftsport selbstverständlich berichtet werden.

Text: Thomas Schindler

F3B-E in Brüggen

Im August wurde vom LSV Brüggen-Schwalmtal ein Teilwettbewerb der Landesmeisterschaften Nordrhein-Westfalens in der Modellflugklasse F3B-E ausgetragen. 24 Piloten aus ganz NRW traten zu dem Wettbewerb an.

Bei starkem Wind, bis zu 7,2 Beaufort wurden gemessen, hatten viele Piloten Probleme, die rund zwei Kilogramm leichten Modelle zum Landeseil zu bekommen. Schon beim Start an der elektrischen Winde spielten sich teilweise dramatische Szenen ab. Durch die starken Windböen brachen die Modelle immer wieder weit zur Seite aus und die Piloten mussten ihr ganzes Können aufbringen, um die über drei Meter spannenden Segelflugzeuge auf rund 150 Meter Höhe zu schießen. Der Winddruck gegen die Modelle war so stark, dass einmal die ein Zentimeter dicken Erdnägel verbogen wurden und die schwere Winde fünf Meter durch die Luft flog, bevor sie im Rasen ihre Einschlagmarken hinterlassen hatte.

Die fünf Minuten Flugzeit wurden meistens erreicht, aber bei der Landung verloren viele Piloten wieder Punkte. Durch die Windböen wurde die Langsamflugphase in den fünf Sekunden vor der Landung zum Pokerspiel. Es kam öfter vor, dass der Pilot das Modell perfekt über das Landeseil flog und aus rund 50 Zentimeter Höhe mittels Butterfly senkrecht absteigen und landen wollte, aber der plötzlich nachlassende oder auffrischende Wind das Modell zur Seite wegkippen oder auf den Boden fallen ließ, wobei beides mit einem Dreher der Maschine verbunden war. Dadurch lagen die Rümpfe quer zum Landeseil. Das bedeutete meistens acht oder mehr Punkte Abzug von den 50 Landepunkten. Wie vernichtend das für die Wertung war, zeigte die Ergebnisliste: In der Endwertung lagen die ersten sieben Plätze zwischen 93% und 100% und damit dicht beieinander.

Erstaunlich war, dass einige Piloten mit dem starken Wind auch im zweiten und den folgenden Durchgängen nicht fertig wurden und viel zu weit vom Landeseil einlenkten, um in den Landeanflug überzugehen. Das Ergebnis waren Außenlandungen oder einfach nur keine Landepunkte, da das Modell mehr als fünf Meter vom Landeseil weg lag. Andererseits führten die Fehler im Landeanflug zu hochspannenden Versuchen, das Landeseil doch noch zu erreichen. Dabei zeigte so mancher Pilot sein ganzes Können und Nerven wie Stahlseile.

Von den verwendeten Modellen hatten schon viele den Platz des LSV Brüggen-Schwalmtal gesehen. Das neuste Modell im Wettbewerb dürfte die NOVA von Flyspace.eu gewesen sein. Ansonsten waren die üblichen Verdächtigen vor Ort: Explorer, Pike Perfect, Pike Perfection und auch ein Tortuga wurde gesehen. Glücklich waren die Piloten, die ihr Modell aufballastieren konnten. 25% Ballast waren nicht selten bei den Wetterverhältnissen. Das Fehlen von neuen Modellen, mal von der NOVA abgesehen, kann man als Zeichen interpretieren, dass der Raum für Innovationen, die einen wesentlichen Vorteil in den Bereichen F3J, F3B und deren Ableger bringen, schon sehr klein geworden ist. Die vorhandenen Modelle sind alle so optimiert, dass die Piloten darauf verzichten, sich alle paar Monate ein neues Modell anzuschaffen. Man kann das auch als ein positives Zeichen werten, denn der Material-Overkill flaut ab und es darf auch mal ein repariertes Modell geflogen werden.

Obwohl sich alle durch den Wind und die Sonne „weggeblasen und ausgedörrt“ (Zitat eines Teilnehmers) fühlten, war es ein schöner und entspannter Wettbewerb ohne nennenswerte Schäden an den Modellen. Es folgen noch zwei Teilwettbewerbe am 30. August 2015 in Düsseldorf und am 20. September in Soest, bevor der Landesmeister F3B-E gekürt werden kann.

 Text: Jürgen Moors

Bildunterschrift: Gewinner Schwalmtal, von links:
M. Kress, M. Reinecke, T. Baum, A. Scholz, U. Dressel, W. Keil, M. Finke, D. Rybold, H. Sonntag

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