Thermik – Unser Motor

Veröffentlicht von , 19. Mai 2012

Bei passendem Wetter gelingt es mit etwas Glück und viel Erfahrung, nach dem Windenstart in der sich anschließenden Platzrunde ein Aufwindfeld zu finden und sich für eine längere Zeit motorlos in der Luft zu halten. Anders als im Bergland, wo aufkommender Wind an Hängen nach oben gelenkt wird und dadurch Hangflug möglich wird, sind die Segelflieger in NRW allein auf thermische Aufwinde (Thermik) angewiesen.

Wie Thermik entsteht

Thermik entsteht bei ausreichender Sonneneinstrahlung und einer geeigneten Bodenbeschaffenheit. So erwärmen sich trockene Böden und ihre bodennahe Luftschichten leichter als feuchte Wiesen oder Wälder. Bereits ein Grad Unterschied in der Lufttemperatur reicht aus, um ein für den Segelflug nutzbares Aufwindfeld zu bilden. Oft entsteht am oberen Ende des Aufwindschlauchs aus der kondensierenden Luftfeuchte eine Schönwetter-Wolke (Cumulus). Cumulus-Wolken sind für uns Segelflieger hilfreiche Zeichen bei der Thermiksuche, da sich darunter Aufwindfelder befinden müssen.

Industriethermik

Es gibt auch Thermik, die nicht von Mutter Natur durch Sonneneinstrahlung entsteht. Gemeint ist die sogenannte Industriethermik. So entsteht bei industriellen Prozessen Abwärme, die über Kühltürme freigesetzt wird. Bei entsprechenden Wetterlagen entstehen dadurch starke Aufwinde, die uns mit über fünf Metern pro Sekunde nach oben befördern.
Westlich des Rheins nutzen wir zum Beispiel die Braunkohlekraftwerke in Grevenbroich, Bergheim und Weisweiler und den Chemiepark in Dormagen.