Erfahrungsaustausch und Fortbildung der Klasse F1E in der Rhön (F1E-Seminar)

Veröffentlicht von , 01. Juni 2022

Text: Kai Lammersmann

Erfahrungsaustausch und Fortbildung der Klasse F1E in der Rhön (F1E-Seminar)

Veröffentlicht von , 01. Juni 2022

Text: Kai Lammersmann

Endlich fand wieder ein F1E-Seminar in der Rhön statt. Bei der Klasse F1E handelt es sich um eine Freiflugklasse, welche mit einem Magneten zur Steuerung den Hangauftrieb nutzt. Das Ziel besteht darin, die vor jedem Durchgang festgelegte Flugzeit von zwei bis fünf Minuten zu erreichen. Für einen Flug und die Rückholung des Modells ist in der Regel eine Stunde angesetzt. Das bedeutet Fußmärsche bergauf und bergab von circa zwei bis vier Kilometern pro Durchgang (das ist noch Sport).


Dieses Jahr ist coronabedingt nur eine kleine Gruppe im Rhöniversum zusammengekommen. Die Herren der Schöpfung widmeten sich dem Hobby und das Damenprogramm wurde unter der Leitung von Christiane Ackermann durchgeführt. Durch das Seminar führte Werner Ackermann, welcher sehr geschickt die Teilnehmer mit in die Pflicht als Referenten einbezogen hat. Der Schwerpunkt der Veranstaltung war der Leichtbau der Modelle. Es wurden diverse Steuerungen präsentiert, welche die herkömmlichen Magnetsteuerungen sowie die halb- und vollelektronischen
Steuerungen umfassten. Der Vorteil der elektronischen Steuerungen liegt einerseits im niedrigeren Gewicht und andererseits in der höheren Betriebssicherheit, da die Mechanik ab und zu aufgrund von Umwelteinflüssen haken kann. Das Gewicht für die herkömmliche Kopfsteuerung liegt bei ca. 130-170 g, das der vollelektronischen Steuerung bei ca. 90 g. Werner Ackermann präsentierte seine vollelektronische Steuerung, welche dann alle programmieren konnten. Sobald die Handhabung der Programmierung verstanden wurde, ist es relativ einfach das Modell einzustellen.
Es wurden dann verschieden Bauarten von Flächenbefestigungen (Pylone) und Rümpfen angeschaut und die Vorteile erarbeitet. Es konnte bei verschiedenen Seminarteilnehmern eine Vielzahl an Pylonen und Rümpfen betrachtet werden. Ein sehr leichter Rumpf wurde von Wolfgang Höfs gebaut, wobei der Rumpf inklusive Pylon in einer Negativform hergestellt wurde. Diverse Pylone von Schaum mit Kunststoffbeplankung bis zu Sperrholzkonstruktionen wurden vorgestellt. Was am besten ist, muss jeder für sich entscheiden.

Es wurde eine Präsentation über Flächenbespannung mittels verschiedener Materialien und auch ein SMD Lötkurs von Werner Ackermann durchgeführt. Durch teilweise neue Impulse und Vorgehensweisen konnten die Fertigkeiten der Teilnehmer verfeinert werden, so dass die Berührungsängste z. B. beim SMD-Löten genommen werden konnten.

Der praktische Teil durfte natürlich bei einem Seminar nicht fehlen, sodass die Teilnehmer die Aufgabe erhielten, den Rookie (Modell mit Kondensator und Elektromotor) auf Herz und Nieren zu testen. Interessant war es, dieses Modell in einer Turnhalle zu fliegen, da dort ein begrenzter Raum und auch keine Einflüsse von Wind und Thermik vorhanden waren, die die Flugeigenschaften negativ hätten beeinträchtigen können. Insgesamt waren die Teilnehmer sehr angetan von dem Modell. Der Seiten- und der Tiefenzug des Motors ist die größte Schwachstelle. Kai Lammersmann hatte im Nachgang diverse Positionsmöglichkeiten des Motors im 3D-Druck hergestellt, sodass jeder die Einstellungen selber testen konnte. Zusätzlich wurden der Lillyflygarn und ein Kondensator-Saalflieger erfolgreich in der Halle geflogen. Zeiten über 1:30 Min wurden von den Modellen erreicht. Zu guter Letzt wurden die mitgebrachten Transportkisten für die Modelle inspiziert. Es gab diverse Eigenbaukisten aus Styropor/Sperrholz wie auch diverse gekaufter Kisten (Musiktransportkof￾fer). Der Innenausbau der Kisten war ähnlich, aber eine optimale Kiste konnte leider noch nicht entworfen werde. Resümee der Veranstaltung: Sie ist sehr empfehlenswert für Anfänger wie auch für erfahrene Wettkampfpiloten.