23. Deutsche Meisterschaft im Ultraleichtfliegen 2012 in Mühldorf am Inn

Von MICHAEL KANIA

Auch in diesem Jahr konnte die von der Bundeskommission Ultraleicht des DAeC in Zusammenarbeit mit dem DULV veranstaltete Deutsche Meisterschaft im Ultraleichtfliegen unter besten Bedingungen stattfinden.

Der Fliegerclub Mühldorf und der Flugplatz Mühldorf/Inn waren hervorragend auf die Meisterschaft und die achtundzwanzig Mannschaften mit ihren Fluggeräten vorbereitet und auch das Wetter zeigte sich an den vier Wettbewerbstagen von seiner schönen Seite. An den Start gingen insgesamt fünf Trikes, sechzehn 3-Achser doppelsitzig, drei 3-Achser einsitzig sowie vier Gyrocopter. NRW wurde vertreten durch den erst siebzehnjährigen Niklas Busch aus Brilon auf einem Flightstar einsitzig, Klaus und Christoph Wehrmann aus Metelen mit ihrem Tanarg Trike und ich selbst mit meiner Lebensgefährtin Renate Kaufmann im Pipistrel Sinus der Fluggemeinschaft Rennefeld/Schmallenberg. Am Nachmittag des Donnerstag fand die Begrüßung und gleich das erste Briefing statt. Der Wettbewerbsleiter Wolfgang Lintl überraschte die Mannschaften mit einem gleich im Anschluss stattfindenden ersten Wertungsflug. Die Regeln der Ziellandungen und die Startreihenfolge wurden bekannt gegeben und dann ging es schon in die Flugzeuge. Mit unserem Sinus konnten wir uns in diesen Wettbewerb zusammen mit einer weiteren Mannschaft vorübergehend an die Spitze setzen.

An den nächsten beiden Wettbewerbstagen standen jeweils Navigationsflüge in verschiedenen Variationen sowie weitere Ziellandewettbewerbe an. Die Navigationsaufgaben wurden wieder von Ernst Graf vorbereitet und waren wie gewohnt genau ausgearbeitet und anspruchsvoll gestaltet. Die Grundaufgabe war, einem auf einer 1:200.000 Luftfahrtkarte von plano2plus zu konstruierendem Kurs zu folgen und diesen nicht mehr als 200m seitlich zu verlassen, sowie keine Kurven größer 90° zu fliegen, sofern die Kurslinie sie nicht verlangte. Der mitgeführte Logger an Bord zeichnete gnadenlos jede Flugbewegung und die Geschwindigkeit auf. Die Kurslinien waren selten geradlinig und beim einzeichnen der Kurse auf der Karte war immer auch ein Zirkel notwendig. Die Suche von Bildern oder ausgelegten Zeichen am Boden mit Kurswechsel während des Abfliegens der Linien waren weitere Herausforderungen. Nicht zuletzt wurde vor dem Start von jeder Mannschaft die voraussichtliche Geschwindigkeit über Grund abgefragt, welche ebenfalls in die Bewertung einging.
Präzises Fliegen entlang einer Kurslinie in verschiedenen Formen erfordert hohe Konzentration und ist für die Piloten eine Herausforderung. Die optische Kopplung zwischen Karte und Boden muss vom Startpunkt des Kurses über fast 200km erhalten bleiben, nur gelegentlich kann ein etwas weiter entferntes Bodenmerkmal für eine kurze Entspannung sorgen. Auch zweisitzig muss die Arbeitsteilung im Cockpit präzise ablaufen, jeder muss genau wissen was er zu tun hat. Werden zusätzlich noch Aufgaben wie Bildersuche und einhalten der Geschwindigkeit über Grund erledigt, steigt die Arbeitsbelastung schnell weiter an. Fast automatisch müssen die fliegerischen Tätigkeiten durchgeführt werden, insbesondere die Luftraumbeobachtung darf nicht vernachlässigt werden da sich alle Teilnehmer auf etwa gleichen Kurs mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen.

Die Organisation vor Ort wurde durch Ulrich Hahn und seine Frau Heike sowie dem Fliegerclub Mühldorf durchgeführt. Vom ersten Tag an bis zur Abreise waren Ulrich und Heike gefühlt Tag und Nacht am Platz, kümmerten sich um Abstell- und Hallenplätze, Camping, Technik und alles was achtundzwanzig Mannschaften mit ihren Fluggeräten benötigten.

Die Siegerehrung am Sonntagmorgen wurde von Wolfgang Lintl gewohnt locker moderiert und die Teilnehmer nahmen neben den Glückwünschen ihre Pokale, Urkunden, Sachpreise und Zeitschriften Abos entgegen. Die Einladung, an der nächsten Deutschen Meisterschaft oder sogar an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, sowie die ausdrückliche Bitte an alle Teilnehmer von dieser gelungenen Meisterschaft zu berichten und Mut zu machen sich zu beteiligen, rundeten die Veranstaltung ab. Wir aus NRW sagen herzlichen Dank an den Ausrichter der Meisterschaft, die Wettbewerbsleitung, die Wettkampfrichter, die Auswerter und die Organisatoren vor Ort sowie allen Teilnehmern!

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