Gymnasiasten schnuppern an den Wolken

VON KLAUS BERGER

Wie kann ich den Bernoulli-Effekt spüren? Wie kann ich die Gesetze der Aerodynamik erleben? Wie wirken thermodynamische Kräfte auf mich? All die trockenen Formeln des Physikunterrichts werden beim Fliegen mit einem Segelflugzeug in fühlbare Erlebnisse umgesetzt.


Das Ziel der Projekttage für den Physikleistungskurs der Jahrgangsstufe 12 des Heisenberg Gymnasiums Gladbeck war fixiert! Die Schüler waren von der Idee, ein Flugzeug allein starten, fliegen und wieder landen zu können, begeistert.

Schon beim Einführungstreffen am Freitag vor den Projekttagen in der Segelflughalle des Vereins am Flugplatz Dinslaken Schwarze Heide waren die Schüler von dem Flugzeugpark, dem Flugzeughangar und der Seilwinde sehr beeindruckt. Sie lernten das Verhalten am Flugplatz, den Umgang mit einem Flugzeug, das Anlegen des Rettungsschirms und das Ein- und Aussteigen aus dem Cockpit. Da die 17 und 18-jährigen Schüler und eine Schülerin nicht gerade klein sind, hatten sie zunächst Zweifel, dass man tatsächlich im Flugzeug Platz findet. Aber als sie dann zum ersten Mal bequem auf dem vorderen Pilotensitz im Cockpit saßen, waren sie erstaunt.

Am Montag Morgen trafen sich alle in der Segelflughalle wieder, um die ersten Startvorbereitungen mit den erfahrenen Fluglehrern und Piloten durchzuführen. Hoch motiviert und konzentriert wurden alle Sicherheitschecks für den ersten Start erledigt. Dann ging es endlich los. Bis Mittwoch Abend konnte jeder Schüler 10 Starts absolvieren. Unter Anleitung der Fluglehrer lernten die Schüler das Segelflugzeug sicher zu starten und wieder zu landen. Auch die Funktion und Wirkung von Quer-, Seiten- und Höhenruder konnte zum ersten Mal erflogen werden. Nach den ersten Starts wurden die Schüler immer sicherer und durften dann die Flugzeugsteuerung auch eigenständig übernehmen.

Zwischen den Flügen mussten die Teilnehmer das Schicksal aller Segelflieger teilen: Warten auf den nächsten Start. Die Wartezeit wurde sehr abwechslungsreich mit Karten- und anderen Gruppenspielen sinnvoll überbrückt oder es wurden untereinander schon mal die ersten Erfahrungen ausgetauscht. Und das „erfahrene Bodenpersonal“ am Startplatz konnte mit der ein oder anderen Fliegeranekdote aufwarten. Am zweiten und dritten Tag war perfektes Segelflug-Wetter und es konnten endlich längere Flüge unter thermischen Bedingungen unternommen werden. Und spätestens jetzt waren alle Schüler vom Bernoulli-Effekt, von den thermodynamischen Kräften und von den Gesetzen der Aerodynamik begeistert. Wie sonst kann ein Mensch lautlos wie ein Adler hoch in der Luft schweben und an den Wolken schnuppern?

Abends, nachdem die Segelflugzeuge gereinigt und sicher wieder in der Halle standen, fanden sich alle in der „Thermikstube“, dem Vereinsheim der sechs Fliegerclubs am Flugplatz, ein. Jeweils eine Gruppe der Schüler erklärten sich bereit, für alle Beteiligten zu kochen. Beim Essen und anschließendem gemütlichen Beisammensein konnten die Erlebnisse des Tages noch einmal ausgetauscht werden. Vielleicht hatte der ein oder andere Teilnehmer auch abends noch den Geruch von Wolken in der Nase.

Denn fliegen ist mehr als Sie denken …

… und bei uns am schönsten

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