F3B-E in Brüggen

v.l.n.r.: P. Nelles, A. Scholz, W. Höfs, R. Bockhold, D. Prubstfeld, M. Finke, J. Hille, T. Schindler, K. Bündgen

v.l.n.r.: P. Nelles, A. Scholz, W. Höfs, R. Bockhold, D. Prubstfeld, M. Finke, J. Hille, T. Schindler, K. Bündgen

Der LSV Brüggen-Schwalmtal e. V. richtete am 24. August 2014 den Burgpokal als F3B-E Teilwettbewerb der Landesmeisterschaften NRW auf seinem Flugplatz in der Happelter Heide bei Brüggen aus.

Mit dem Sonntag hatten die Teilnehmer den einzigen nahezu regenfreien Tag erwischt. Damit war ein reibungsloser Wettbewerb fast garantiert, da alle Teilnehmer bestgelaunt an den Start gingen. Reinhard Bockhold legte mit dem ersten Flug direkt einen 1000er hin und damit die Messlatte recht hoch. Nur Peter Nelles hat in der ersten Runde ebenfalls 1000 Punkte erreicht. Junioren Vize-Weltmeister Max Finke und Junior Tim Schindler lagen mit 993 Punkten knapp dahinter.

Michael und Marcel Sauter traten mit einem Modell an, das tragischer Weise in der ersten Runde nach zwei Metern Flugbahn schlagartig nach links abdrehte und unsteuerbar in einem dramatisch aussehenden halben Looping in die benachbarte Wiese einschlug. Der vermutete Totalschaden blieb aus. Lediglich das Leitwerk war vom Rumpf abgerissen.

In der zweiten Runde legte Reinhard Bockhold nochmal einen 1000er vor, mit 996 Punkten dicht gefolgt von Max Finke und Daniel Probstfeld, der seinen Heimvorteil ausspielen konnte. Da die meisten Teilnehmer schon ein paar Mal auf dem Platz des LSV Brüggen-Schwalmtal e.V. geflogen waren, schwand dieser Heimvorteil recht schnell, zumal sich die Handhabung des Modells auf die letzten 5 Meter Flugweg als der entscheidende Faktor herausstellte. Der Wind dreht von West immer mehr in Richtung Nord, was zu böigen Seitenwind im Landeanflug führte. Die daraus resultierenden Dreher der Modelle bei der Landung kosteten vielen Piloten entscheidende Landepunkte. Es kam mehrfach vor, dass ein Modell von einer Böe getroffen wurde und in 30cm Höhe zur Seite wegkippte, so dass zuerst die linke Flächenspitze den Boden berührte. Kaum ein Pilot konnte das in Schrittgeschwindigkeit fliegende Modell wieder aufrichten und einen Dreher verhindern.

Zwischendurch fühlten sich Bussarde von den F3B-Modellen inspiriert und folgten den Flugzeugen von Bart zu Bart. Leider brach die Thermik immer wieder zusammen, was Modelle und Vögel zum Weiterziehen veranlasste.

Der dritte Durchgang gehörte Hubert Schmidt, der einen souveränen 1000er hinlegte und selbst Jonas Hille, der Deutschland bei den Junioren in der Nationalmannschaft vertrat, mit 993 Punkten hinter sich gelassen hat.

Max Finke hatte einen Absaufer, der statt der vier Minuten Flugzeit eher auf 120 Sekunden Flugzeit schließen ließ. Aber hier zeigte das Ausnahmetalent sein Können: Als hätte er die Coolness beim Frühstück becherweise konsumiert, zirkelte Max erst über einem benachbarten Feld in 10 Metern Höhe, um so wertvolle Sekunden zu gewinnen. Dann flog er entgegen dem üblichen Flugkorridor quer über dem Platz mit dem Wind auf das Landeseil zu. Da das Modell durch den Wind wieder etwas beschleunigt wurde, aber mit 5 Metern Höhe zu tief war, um noch einmal raus zu fliegen und Zeit gutzumachen, ging Max auf Nummer sicher und baute die Geschwindigkeit knapp über den Köpfen der Zeitnehmer und dem Landeseil mit drei Steilkurven ab. Anschließend flog er wenige Meter mit dem Wind raus, drehte das Modell in einer steilen Kurve und landete nach 239 Sekunden. Da das Modell sich auf dem kurz gemähten Rasen drehte, musste Max Finke leider noch fünf Landepunkte abgeben.

Nach dem dritten Durchgang wurden die Landeseile neu ausgerichtet, um dem drehenden Wind gerecht zu werden. Nach dem Verzehr diverser selbst gemachter Salate, Steaks und Bratwürsten rief Ikone Evelyn Höfs, die seit 1993 Sportreferentin beim DAeC ist, zur 4. Runde. Da die Happelter Heide ein beliebtes Areal für Spaziergänger ist, fanden sich immer mehr Zuschauer ein, die den Schuss der Modelle nach dem Ausklinken aus dem Seil schon von weitem sehen konnten.

Die vierte Runde brachte Max Finke als Einzigen den Tausender. Jonas Hille folgte mit nur sieben Punkten Abstand. Es gab einige Absaufer, da die wenig vorhandene Thermik immer wieder schlagartig zusammengebrochen ist. Piloten, die es etwas weiter vom Flugplatz weg gezogen hat, mussten zeitig den Rückflug antreten und landeten deshalb oftmals 20 Sekunden zu früh.

Auch in der fünften Runde gab es einige Absaufer. Dirk Zühlke hatte mit Startnummer 22 aber noch seinen 1000er geholt, während am Anfang drei Piloten einen Absaufer mitnahmen und nur zwischen 150 Sekunden und 211 Sekunden Flugzeiten erreichten.

Ein tragischer Startversuch während des letzten Durchganges: Als sich der Starter etwas mehr in den Wind drehte, rutschte ihm das Modell aus der Hand. Da das Seil schon gespannt war, schlug das Modell mit hoher Kraft mit einer Tragfläche gegen die Winde, um sich anschließend spektakulär mittels Radschlag über den Platz zu bewegen und dabei einige Teile zu verlieren. Dank der Sicherheitsabstände gab es keine Verletzten durch den „Tiefflieger“.

Auffällig war, dass, wie oben erwähnt, viele Piloten bei der Landung Punkte abgaben, da sie es nicht mehr schafften, das Modell gegen den Seitenwind auf den letzten fünf Metern parallel zum Landeseil zu halten. Viele Punkte wurden auch wegen Teil-Drehern bei der Landung abgegeben, so dass ein Modell zwar parallel zum Landeseil anflog, dann aber zuerst mit einer Flächenspitze den Boden berührte, was mit einem Dreher des Modells zwischen 20 Grad und 70 Grad quittiert wurde. Da das vom Landeseil am weitesten entfernte Rumpfende zählt, führte dieses zu solch kuriosen Situationen, dass der Rumpf des um 70 Grad verdrehten Modells auf dem Landeseil lag, aber sieben Landepunkte abgegeben wurden, da die Rumpfnase oder das Rumpfende zu weit vom Seil weg lagen. Auch ein paar unbeabsichtigte Stecklandungen gab es. Diese waren durch den weichen Boden und der F3J-typisch, leicht nach unten gebogenen Rumpfspitze einiger Modelle, begünstigt. Die vertretenen Modelle waren die üblichen Verdächtigen: Pike Perfect, Xplorer, Xplorer2, Xperience Pro, Aspire, Maxa und Shadow.

Gewertet wurden vier von fünf Durchgängen, so dass jeder Pilot einen Durchgang streichen konnte. Mit 3986,97 Punkten führte Reinhard Bockhold die Klasse „Alte Herren“ mit einem verdienten ersten Platz an. Es folgten Wolfgang Höfs mit 3910,30 Punkten und Alfredo Schultz mit 3903,39 Punkten.

Bei den Senioren belegte Daniel Probstfeld, der sich bei den Durchgängen immer in den vorderen Rängen platzierte, mit 3958,58 Punkten, den ersten Platz. Peter Nelles schloss sich mit 3934,38 Punkten an und Knut Bündgen sicherte sich mit 3917,10 Punkten den dritten Platz der Senioren.

Die Junioren wurden von Max Finke mit 3968,95 angeführt. Platz zwei belegte Jonas Hille mit 3917 Punkten. Nur 11 Punkte dahinter folgte Tim Schindler mit 3906,80 Punkten.

Jürgen Moors
Brüggen-Schwalmtal

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