Fliegendes Klassenzimmer: Lesetag auf dem Egelsberg

VON FRANK WERTHEBACH

Großer Andrang herrschte in den vergangenen Tagen auf dem Flugplatz Egelsberg. 26 Schüler der Grundschule St. Michael veranstalteten ihren Lesetag im Flugzeughangar. Auch der Krefelder Kindergarten „Am Kinderhort“ besuchte die Vereinspiloten des Aero Club Bayer.

Wieso fliegt eigentlich ein Flugzeug? Wie hoch kann man Fliegen? Noch bevor alle Kinder auf dem Flugplatz eingetroffen waren, ging es schon los: Gemeinsam mit den Fluglehrern Ulf Kleczka (35) und Frank Werthebach (28) gab es eine kurze Einführung in das Fliegerleben. Jeder durfte einmal selbst auf dem Pilotensitz Platz nehmen und den Steuerknüppel bedienen. Viele Kinder wussten bereits um die großen Unterschiede zwischen Motor- und Segelflugzeug. Doch überraschend war die Tatsache, dass man auch schon mit 14 Jahren mit dem Segelfliegen beginnen kann.

Einige Talente haben wir heute entdeckt.
Ulf Kleczka

Genügend Lesestoff bot das Buch „Teppichpiloten“, aus dem gemeinsam im Flugzeughangar gelesen wurde. Der Traum vom Fliegen begeistert über Generationen hinweg. Egal ob Erst- oder Viertklässler.
Organisatorin des Lesetages ist Heike Kunde. Viermal im Jahr zeigt sie den Kindern ungewöhnliche Orte in Krefeld. Ein Besuch bei den Fußballern des KFC Uerdingen und dem Eishockey-Team der Krefelder Pinguine zählten auch schon hierzu. Über 80 Schüler bewarben sich für den Ausflug auf den Egelsberg, doch letztlich konnten nur 26 Kinder mitkommen. Das Urteil war eindeutig: Den Schüler gefiel es auch dieses Mal wieder „Super super gut“.
Genauso begeistert zeigte sich die Froschgruppe vom Kinderhort Krefeld. Jeder Nachwuchspilot und jede Pilotin durfte eine Sitzprobe im Segler machen. Der Besuch auf dem Tower und besonders der große Spielplatz kamen gut an.

Gymnasiasten schnuppern an den Wolken

VON KLAUS BERGER

Wie kann ich den Bernoulli-Effekt spüren? Wie kann ich die Gesetze der Aerodynamik erleben? Wie wirken thermodynamische Kräfte auf mich? All die trockenen Formeln des Physikunterrichts werden beim Fliegen mit einem Segelflugzeug in fühlbare Erlebnisse umgesetzt.

Weiterlesen

„Eagle Wings“ und „Adlerflügel“

Dem Weißkopfadler haben Philipp Bock (11) und Jan-Philipp Gutz (13) vom Ingolstadter Apian-Gymnasium die neue Gestaltung der Außenflügel ihrer Flugzeuge abgeschaut. Das auffällige Spreizen der Außenfedern des Weißkopfadlers beim Start oder der Landung setzte bei ihnen einen Denkprozess in Gang, der sie zur Neukonstruktion der Flügel bei kleinen Modellflugzeugen veranlasste. Und tatsächlich flogen solche Modelle mit gespreizten und variablen (!) Außenflügeln weiter als die ohne.
Philipp und Jan-Philipp sind Mitglieder im schulischen Querdenker-Club unter der Leitung von StD Günter Bergmeier. Die Schüler schildern hier ihre Probleme und man versucht diese dann in Kleingruppen zu lösen. Ihre Lösungsstrategie beeindruckte sogar die Ingenieure von EADS so sehr, dass sie die jungen Forscher bei dem Wettbewerb „Ideen-Flug“ (2011) in Bremen mit einer Goldmedaille auszeichneten. Während der Vater von Philipp noch das Fliegen am PC übt, sucht sein Sohn nun nach einem Sponsor, um die Ideen in die Wirklichkeit umsetzen zu können.

Klaus Strienz

Keine Suche mehr nach der Blackbox bei Flugzeugabstürzen

Die sehr lange Suche nach dem Flugschreiber des über dem Atlantik abgestürzten Air-France-Fluges 447 ließen Julius Rost (11) und Elias Büdel (12) vom Querdenker-Club des Ingolstädter Apian-Gymnasiums unter der Leitung von StD Günter Bergmeier keine Ruhe. Da die Daten des Flugschreibers für die Ursachenforschung der Katastrophe entscheidend sind, entwickelten die beiden Schüler nun ein System, das die Suche nach der Blackbox, die jedes Verkehrsflugzeug mitführen muss, sehr einfach macht. Die jungen Forscher statten die Blackbox mit 8 Airbags aus, die sich bei dem Aufschlag automatisch öffnen und durch die Wasserverdrängung Auftrieb erhalten. Wenn der automatische Flugschreiber an der Außenhaut eines Flugzeugrumpfes angebracht wird, wäre es sogar möglich, dass die Blackbox alleine an die Oberfläche aufsteigt, während das Wrack im Meer versinkt.
Sehr viel Geld für die teuren Suchaktionen könnte damit gespart werden. Außerdem stehen die Daten kurz nach dem Unfall zur Verfügung, sodass Spekulationen über die Ursache erst gar nicht entstehen. Im Interesse der Sicherheit im Flugverkehr ist sehr zu wünschen, dass diese einfache aber sehr wirkungsvolle Idee von den Flugzeugherstellern auch umgesetzt werden wird.

Klaus Strienz

Kooperation zwischen dem Aero-Club Hagen und dem Märkischen Gymnasium Iserlohn

VON JÜRGEN LANDAU

Ein Problem der bestehenden Schülerfluggemeinschaften ist sicherlich, dass in vielen Fällen die Trägerschulen der SFGs über die Jahrzehnte abhandengekommen sind. Den Vereinen fehlt damit die Möglichkeit, ihre Angebote an den Schulen „unter die Leute“ zu bringen sowie neue Mitglieder zu rekrutieren, die Schulen verzichten auf eine reizvolle Möglichkeit, ihr Sportangebot attraktiv zu erweitern.

Um dieses zu ändern, wurden auf Anregung des ehemaligen Vorsitzenden des Aero-Clubs Hagen, Carsten Stabenau, Kontakte mit dem Märkischen Gymnasium Iserlohn geknüpft. Das Interesse seitens der Schulleitung war da, einige rechtliche und organisatorische Bedenken konnten ausgeräumt werden. In Absprache mit der Direktorin des MGIs einigte man sich darauf, das Projekt „Segelfliegen und Schule“ zunächst vorsichtig anzugehen.
Eine Sportlehrerin des Gymnasiums war bereit, das ganze „Unternehmen“ zu koordinieren; es folgte im Februar ein Informationsabend auf dem Flugplatz in Iserlohn-Sümmern mit Eltern und Schülern der achten Klassen. Vorstand und Fluglehrer des Vereins beantworteten Fragen zum „Flugplatzleben“, zur Segelfliegerausbildung undundund. Mit dem Ergebnis, dass nach zwei Schnuppertagen im April zwölf Schülerinnen und Schüler der SFG des Vereins beitraten. Und sich mittlerweile auf dem Flugplatz pudelwohl fühlen. Warum sonst sollten sie jedes Wochenende dort anzutreffen sein?
Geplant ist weiterhin, dass sich der Verein an schulischen Aktivitäten beteiligt, so zum Beispiel auf Schulfesten mit einem Infostand und Flugzeugen, Theorieveranstaltungen im Winter usw. Wichtig ist allen Beteiligten (aus Schule und Verein) eine langfristige Zusammenarbeit…
Wie sich jetzt schon sagen lässt, können Projekte dieser Art sehr erfolgreich sein. Wir möchten unseren Vereinen hiermit erneut unsere Unterstützung bei der Suche nach Schulen für derartige Kooperationen anbieten! Natürlich helfen wir auch bei allen Fragen rund um die SFG, der Organisation von Schnuppertagen oder weiteren Projekten mit Schülern und Schulen.

Beauftragter im Schulsport:
Jürgen Landau
Mail: j.lan@t-online.de

Referentin DAeC LV NRW:
Katharina Schorr
Mail: schorr@aeroclub-nrw.de

Finde deinen nächstgelegenen Verein

Gib deine Stadt oder PLZ ein: