Rückblick Luftsporttag NRW 2019

Veröffentlicht von , 04. Dezember 2019

Text, Fotos: Daniela Blobel

Rückblick Luftsporttag NRW 2019

Veröffentlicht von , 04. Dezember 2019

Text, Fotos: Daniela Blobel

Am 24. November fand in der Stadthalle Kamen zum 17. Mal der Luftsporttag NRW statt. Der Luftsporttag besteht aus den fünf Sportfachgruppentagen am Vormittag, dem Verbandstag am Nachmittag und den Informationsständen der Aussteller im Foyer.

Ab 10 Uhr tagten in Form von Parallelveranstaltungen die NRW-Sportfachgruppen Segelflug, Ultraleicht- und Motorflug, Modellflug, Fallschirmsport und Ballonsport. Ab 14 Uhr startete der feierliche Teil des 70. Verbandstag mit seinen Grußworten und Festvorträgen. Als musikalisches Highlight war Martin Balzer, „Das große M“ zu Gast. Im großen Saal der Stadthalle tönte der groovige Segelflug-Rap. Um 16:30 Uhr folgte dann der parlamentarische Part der Jahreshauptversammlung. Neben den üblichen, jährlich immer wiederkehrenden Tagesordnungspunkten, wie beispielsweise die ordnungsgemäße Einladung, Berichte, Entlastungen, Haushaltsentwurf, standen in diesem Jahr auch Wahlen zum Geschäftsführenden Präsidium an.

Grußworte

Hendrik Wüst, NRW-Verkehrsminister

„In den technischen Innovationen liegt die Chance für Lösungen. Eine Chance haben, heißt, die Pflicht akzeptieren, diese Chance auch zu nutzen.“ (Hendrik Wüst)

Verkehrsminister Hendrik Wüst

Der Verkehrsminster des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, weist in seiner Rede darauf hin, dass der Verkehrssektor inklusive Fliegerei vor den Herausforderungen der Vergangenheit steht und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten muss. Alle Infrastrukturen, wie Straßen-, Wasser- und Luftwege, seien in einem mäßigen Zustand. Verkehrsminister Wüst sieht große Chancen, durch Digitalisierung Verkehre besser zu vernetzen.

In den nächsten zehn bis 15 Jahren werden in NRW etwa 50 Milliarden Euro in Verkehrsträger, Infrastrukturen und ÖPNV investiert. „Machen“ alleine reiche nicht, so Wüst – das Land müsse auch weiter in die Zukunft und in die Forschung investieren. Das Silent Air Taxi am Flugplatz Aachen-Merzbrück ist beispielsweise ein innovatives Thema. Um den Flugplatz zu einem Forschungsflughafen aus- und umzubauen, wurden etwa 4 Mio. Euro investiert. Hier soll das mobile Starten und Landen erforscht und gefördert werden. Mit den Kompetenzen der FH und RWTH kann das gelingen. Auch Projekte zu Themen, wie beispielsweise der Sicherheit, Umwelt, Funktechnik, Markierung, werden gefördert. Ziel ist es, bis in 1.000 m Höhe elektrisch zu starten und zu landen, damit hohe Emmissionen in der Nähe von Ballungszentren und Flughäfen verringert werden. Für Wüst liegt die Lösung der Herausforderungen des Verkehrssektors in den technischen Innovationen, die es zu fordern und fördern gilt.

Elke Kappen, Bürgermeisterin der Stadt Kamen

„Luftsport braucht auch kommunale Unterstützer“ ( Elke Kappen)

Elke Kappen, Bürgermeisterin der Stadt Kamen

Seit 17 Jahren ist der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Kamen, Manfred Wiedemann, beim jährlichen Luftsporttag NRW am Totensonntag dabei. Seit letztem Jahr bringt er auch die Bürgermeisterin, Elke Kappen, mit. Als Bürgermeisterin setzt sich Elke Kappen auch für Sportarten ein, die nicht im Fokus der Öffentlichkeit liegen. Sie bewundert, dass man bei den Luftsportfreunden auch über Generationen schauen kann und lobt die Nachwuchsarbeit.

Walter Schneeloch, Präsident Landessportbund NRW

„Politikfähigkeit gehört zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen einer Sportorganisation.“ (Walter Schneeloch)

Walter Schneeloch, Präsident Landessportbund NRW

In seinem Grußwort betont Walter Schneeloch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Landessportbund NRW ( LSB NRW) und dem AEROCLUB | NRW. Der LSB NRW nimmt den Landesverband und seine Luftsportjugend nicht nur als starke Stimme des Luftsports wahr, sondern auch als Impulsgeber für übergreifende Themen der Sportentwicklung. Insbesondere durch die Mitwirkung zum Beispiel in den Programmen „NRW bewegt seine KINDER!“, „Spitzensport fördern in NRW“ und „Vereinsentwicklung 2020 in der Kinder- und Jugendarbeit“. Der AEROCLUB NRW ist poltikfähig und gut vernetzt.

Als weiteren Punkt hebt der LSB-Präsident den in diesem Jahr anerkannten Landesleistungsstützpunkt Marl hervor. Nach zuvor bereits neun Leistungsstützpunkten im Bereich Segelflug gibt es nun in NRW auch eine Trainingseinrichtung für die Leistungsdisziplin Fallschirmsport.

Ehrungen

Diplom Lilienthal für Karl-Josef Hein

„Ich habe ihnen eine Walnuss mitgebracht, damit Sie verstehen, wovon wir reden, wenn wir von den Herzkindern sprechen.“ (Silvia Paul)

7.000 Kinder im Jahr – circa 19 pro Tag – werden mit einem Herzfehler geboren. Wenn diese Herzkinder auf die Welt kommen, haben sie ein so kleines Herz, wie eine Walnuss. Dieses kleine Herz kann über 50 verschiedene Herzfehler haben. Die Ärzte, die diesen Kindern helfen können, haben eine unglaubliche Expertise. Die Stiftung Kinderherz unterstützt die Forschung, die eine solche Arbeit ermöglicht. Das Thema Luft- und Raumfahrt ist eng verbunden mit den Herzkindern. Die Schirmchen, mit denen Löcher im Herzen verschlossen werden sind aus dem selben Material, wie die Sonnensegel der ASS. Das Material heißt Nitinol (Nickel Titan) und hat ein Formgedächtnis. Auch die Benzinpumpen, die in der Luft- und Raumfahrt verwendet werden, sind Vorbild z.B. für Kunstherzen. Die Stiftung KinderHerz bringt gemeinsam mit der DLR ein Projekt auf den Weg, in dem herzkranke Kinder in einem besonderen Schlaflabor untersucht werden können. Es sind die Räumen in denen auch die Astronauten, wie beispielsweise Alexander Geerst, geprüft werden und schlafen. In Bezug auf die Schlafphasen und den Schlaf der Herzkinder ist das Ziel herauszufinden, was es bedeutet, mit einem Herzfehler geboren zu sein.

Nach der Vorstellung der Stiftung wurde ein Spendenglas durch den Festsaal der Stadthalle gereicht. Die Anwesenden spendeten 1.045,56 Euro für die Stiftung KinderHerz.

Seit mehr als zehn Jahren ist Karl-Josef Hein ehrenamtlich für die Herzkinder unterwegs. Er hat über 50.000 Euro Spendengelder gesammelt und sich durch seine Präsenz, durch seine liebevoll verlässliche und verantwotungsvolle Arbeit für die Stiftung eingesetzt. Die Stiftung Kinderherz ernennt Karl-Josef Hein zum Helden ihrer Herzkinder.
Für sein Engagement und seine Verdienste rund um die Stiftung KinderHerz und den Luftsport ehrt Präsident Stefan Klett Karl-Josef „Jupp“ Hein zudem auch mit dem Diplom Otto Lilienthal des Deutschen Aero Club. v.l. Stefan Klett, Sylvia Paul, Karl-Josef Hein.

Eugen Schaal und Michael Spitzer – Sportler des Jahres im Segelkunstflug

v.l. Stefan Klett, Michael Spitzer, Eugen Schaal, Karsten Woltering

Eugen Schaal gibt den Ton in der internationalen Segelkunstflugszene mittlerweile seit fast zwei Jahrzehnten an. Es macht den Anschein, als sei für ihn jeder Flug immer noch etwas Besonderes und ein Privileg. Selten erlebt man jemanden im Spitzensport, der so kontinuierlich Leistung erbringt und dazu noch Gelassenheit und Freude über das, was er da tut, vermittelt.

Nachdem der Verbandsfox bereits am Anfang der Saison leider ausfiel, wechselte Michael Spitzer auf einen Swift. Nur 30 Starts später (!) auf diesem Flugzeugtyp, war der dritte Platz auf der Weltmeisterschaft gesichert. Das hat in dieser Form vor ihm noch keiner geschafft.

Heike Sauels – Sportlerin des Jahres im Motorkunstflug

v.l.: Matthias Podworny, Heike Sauels, Volker Engelmann

Lucia Lippold – Sportlerin des Jahres im Fallschirmsport

v.l. Stefan Klett, Gerhard Währisch, Lucia Lippold, Klaus Mathies

Die gesamte Deutsche Speed Skydiving Elite traf sich in diesem Jahr in Bad Saulgau um Ihre Meisterinnen und Meister zu ermitteln. Schon hier zeigte Lucia Lippold vom Fallschirmclub Remscheid ihre Klasse und wurde mit 357,42 km/h beste Deutsche und in der World Serie Speed Skydiving ein und da wurde Lucia Lippold zweite und gewann Silber. Am 23.06.2019 in  Zwartberg / Belgien stellte Lucia Lippold mit 406,83 km/h unter den neuen noch genaueren GPS Messmethode einen neuen Deutschen Rekord im Speed Skydiving auf. Bereits in den Vorbereitungen auf die Europameisterschaft in Dunkelswell / England war es ihr vor Ort gelungen ihren selbst aufgestellten Deutschen Rekord mit 407,06 km/h zu knacken. Im Wettbewerb legte sie noch einiges drauf und markierte den Deutschen Rekord in Runde 5 offiziell auf 417.68 km/h Im Wettkampf zeigte sie dann auch ihre mentale  Stärke in der direkten Konkurenz. Sie wechselte sich die Führung ständig mit der Italienerin Mascia Ferri ab. Ungefähr derselbe und Knappe Abstand spiegelte sich im Gesamtergebnis nach 6 Runden wieder. Hier lag Lucia um Bruchteile von Sekunden vorn.

Gesamtergebnis

1. PlatzLucia Lippold (Deutschland)
World Cup Gewinnerin, Europameisterin
398.83 km/h
2. PlatzMacia Ferri (Italien)398.02 km/h
3. PlatzJessica Johnston (Australien)383.92 km/h

Michael Zenge und Benjamin Eimers – Sportler des Jahres im Ballonsport

v.l. Stefan Klett, Matthias Zenge, Wilhelm Eimers. Wilhelm Eimers nahm die Ehrungsurkunde und den Pokal im Namen von Benjamin Eimers in Empfang.

Festvorträge

In seinem Festvortrag ging Prof. Dr. Peter Dahmann unter anderem auf die Themen Luftraum, Mobilitätskonzepte und auf den Forschungsflugplatz Aachen-Merzbrück ein.
Emil Pluta referierte als Festredner über das elektrische Fliegen.

SAVE THE DATE 2020

Der nächste Luftsporttag NRW 2020 mit seinen Sportfachgruppentagen und dem Verbandstag findet in Kamen am Sonntag, dem 8.11.2020 statt.